Tipps & Tricks

Scanservice-Test:
E-POSTSCAN vs. Dropscan

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Briefkasten leer

Wie wäre es eigentlich, wenn meine ganze Post jetzt schon digital kommen würde und der Briefkasten leer bleibt… Zukunftsvision? – Nein, es gibt tatsächlich schon zwei Anbieter, die das mit ihrem Scanservice wahr machen: Dropscan und E-POSTSCAN. Ich habe beide jeweils für einen Monat getestet. Ob beide Dienste das halten, was sie versprechen und wo die Unterschiede liegen, lest ihr hier.

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dropscan logo

Was ist Dropscan?

Dropscan ist Dein digitaler Briefkasten. Mit diesem Dienst kannst Du Dir Deine Briefpost, Dokumente und Papierunterlagen einscannen lassen. Deine digitalisierte Post ist dann in Deinem Account als PDF abrufbar. Deine Briefe landen bei Dropscan, indem Du sie direkt dort hinschicken lässt oder einen Nachsendeantrag bei der Deutschen Post einrichtest. Der Clou: Du entscheidest, welcher eingegangene Brief geöffnet und eingescannt werden soll und was im Anschluss mit den Originalen aus Papier passiert.

Dropscan Scanbox

So funktioniert’s:

Ich habe das Pay-as-you-go Paket getestet. Der Anmeldevorgang geht schnell und unkompliziert vonstatten. Nach der Registrierung erhalte ich eine ID für meine persönliche Scanbox und die Adresse, an die meine Post gesendet wird, damit sie als Scan in meiner Scanbox landet. Soll eine Scanbox für einen ganzen Haushalt eingerichtet werden, kann einfach der gemeinsame Nachnahme als Empfängernahme angegeben werden.

Für die Nutzung kann ich einen Nachsendeantrag bei der Deutschen Post einrichten. Dieser muss mindestens 5 Werktage vor gewünschtem Beginn beantragt werden. Damit der Nachsendeantrag von der Deutschen Post auch einwandfrei durchgeführt wird, empfiehlt es sich unbedingt, den Vermerk “Bitte Nachsendeantrag beachten” auf dem heimischen Briekasten anzubringen.

Ist dann ein Brief bei Dropscan eingegangen, landet ein Umschlagscan in meiner Scanbox. Mit einem Klick kann ich entscheiden, ob der Umschlag geöffnet und eingescannt werden soll. In nur wenigen Stunden ist das gescannte Schriftstück als mehrseitiges und durchsuchbares PDF in sehr guter Qualität verfügbar.

Wenn ich das digitale Dokument weiterleiten oder lokal speichern will, lassen sich entweder die mehrseitige Datei oder alle Seiten als einzelne PDFs herunterladen. Darüber hinaus habe ich die Möglichkeit mir die Scans automatisch an eine E-Mail Adresse meiner Wahl schicken zu lassen. Wenn ich hier meine fileee Uploadadresse angebe, landen alle meine Scans in meinem fileee Account. Für die eigene Verwaltung schlägt Dropscan übrigens eine aktuelle Liste verschiedener Dienste und Software in den FAQs vor.

Wenn ich meine Originale wieder haben möchte, kann ich die Briefsendungen in einer Sammelbestellung zusammenfassen und mir zusenden lassen. Hier lässt sich der Zeitraum, über den Briefe gesammelt werden sollen, und ein Zustellungstermin festlegen. Das hat im Test auch problemlos geklappt. Alternativ kann man die Originale aber auch vernichten lassen. Ich bekomme also nur die Papierstücke zurück, die ich wirklich haben will, weil ich sie beispielsweise im Original aufheben muss.

Testurteil:

Die Servicenutzung lief an jeder Stelle reibungslos und schnell. Bei allen Schritten wurde ich so eindeutig und informativ durch den Prozess geführt, dass ich keine offenen Fragen hatte. Die Qualität der Scans und Texterkennung war ausgesprochen gut. Besonders gut hat mir die Entscheidungsfreiheit gefallen: Will ich den Brief öffnen lassen? Will ich das Original wiederhaben? Das ist besonders interessant, wenn es um Werbung geht oder wenn ich mich langfristig von überflüssigem Papier verabschieden will.

Hier geht’s zu Dropscan.

e-postscan-Logo

Was ist E-POSTSCAN?

E-POSTSCAN ist der Scanservice der deutschen Post. Der Service lässt sich über das E-POST Portal buchen und sorgt dafür, dass sämtliche Briefpost nicht mehr im Briefkasten landet, sondern von der Post digitalisiert wird. Die gescannte Briefpost wird dann im E-POST Konto bereitgestellt. Die Scans können dann entweder über den Browser oder die E-POST App abgerufen werden.

epost posteingang

So funktioniert’s:

Für die Nutzung von E-POSTSCAN wird ein kostenloses E-POST Konto benötigt. Die Registrierung hierfür ist leider etwas umständlich. Das liegt zum einen daran, dass man sich für die Freischaltung persönlich mit seinem Personalausweis verifizieren muss. Hierfür bietet die Post zwei Optionen an: Den Gang in eine Postfiliale oder zuhause auf den Postboten warten. Ich habe mich für den Gang in die Postfiliale entschieden, da ich wie die meisten tagsüber nicht zuhause bin. Nachdem ein Mitarbeiter bei der Post meine Anmeldedaten mit meinem Personalausweis abgeglichen hat, dauert es noch ein paar Tage bis zur Freischaltung des E-POST Kontos.

Die Bestätigung der Freischaltung kommt per SMS, doch leider lässt sich der Scanservice immer noch nicht bestellen. Obwohl ich mich mit meinem Personalausweis persönlich bei einer Poststelle vorgestellt habe und Entsperrpasswörter inkl. meiner E-POST E-Mail Adresse per Post nach Hause bekommen habe, muss ich jetzt nochmals meine Wohnadresse bestätigen. Das geht mit der AdressTAN, die mir die Post mit meiner Anmeldung zugesendet hat – hat sie aber bisher noch nicht, also weiter warten…

7 Tage nach der offiziellen Freischaltung kommt auch meine AdressTAN, mit der ich meine Adresse jetzt auch bestätigen und den E-POSTSCAN bestellen kann. Hier bietet die Post einmal eine unbefristete (ab 1 Monat) und eine befristete Variante an (mind. 7 Tage, max. 1 Monat). Für den Test habe ich mich für die befristete Variante entschieden und den Service für einen Monat gebucht. Der Service startet jedoch erst nach Geldeingang und hat eine Vorlaufzeit von weiteren 7 Tagen.

Nach einem Anmeldemarathon von fast 3 Wochen läuft danach alles reibungslos. Die Briefpost wird mir als mehrseitiges PDF mit OCR in meinem Account zur Verfügung gestellt. Die Qualität der Scans und der Texterkennung ist sehr gut. Als zusätzlichen Service erhalte ich bei jedem neuen Scan eine SMS-Benachrichtigung. Wenn ich das digitale Dokument lokal speichern will, kann ich wie bei Dropscan die Dateien herunterladen. Eine automatische Weiterleitung wird nicht angeboten. Die Dokumente können jedoch kostenpflichtig als E-POSTBRIEF (0,62€) manuell verschickt werden.

Am Monatsende des Scanauftrags werden mir alle Originale ganz normal per Post zugeschickt. Wählt man den unbefristeten Scanauftrag erhält man seine analoge Post wöchentlich gebündelt zum gewünschten Zeitpunkt.

Testurteil:

Wer bereits ein E-POST Konto hat, kann den Scanservice der deutschen Post relativ einfach und schnell buchen. Die Post landet zuverlässig digitalisiert im E-POST Account und man kann auch unterwegs auf seine Scans zugreifen. Der enorme Aufwand, der zur Anmeldung und Bestellung betrieben werden muss, wenn man noch keinen E-POST Account hat, ist mir aber definitiv zu hoch. Meiner Meinung nach lohnt sich das nur für einen unbefristeten Auftrag. Wer flexibel sein will und eine schnelle Lösung sucht, sollte lieber auf einen anderen Service wie Dropscan zurückgreifen. Hier geht’s zu E-POSTSCAN.


Die beiden Services im Überblick:


  • Vorlaufzeit

    keine

    7 Tage

  • Kosten (Privatkunden)

    Pay-As-You-Go Paket:
    (Zahle das, was du nutzt. Für Wenignutzer)
    0,50€ je eingehende Sendung; 1,00€ je gescannte Sendung; Sammelsendung: 2,50€ zzgl. Porto
    Pay-As-You-Go Paket:
    (Für Vielnutzer)
    monatliche Grundgebühr: 24,90€ mit vielen Inklusivleistungen.
    detaillierten Preisübersicht

    unbefristeter Auftrag: 14,99€ pro Monat
    befristeter Auftrag: 14,99€ max. 1 Monat

  • Vorgegebene Nutzungsdauer

    nein

    unbefristet: ab 1 Monat
    befristet: mind. 7 Tage – 1 Monat

  • Scan Qualität

    sehr gut

    sehr gut

  • OCR

    ja

    ja

  • Weiterleitung (z.B. fileee)

    manuell herunterladen oder automatische E-Mail Weiterleitung einrichten (z.B. an fileee Uploadadresse nutzer.XXXX@my.fileee.com)

    manuell herunterladen oder kostenpflichtig als E-POST Brief weiterleiten (0,62€)

  • Originale

    auf Wunsch zusenden oder vernichten

    Briefpost wird regelmäßig zugestellt. befristet: am Ende des Monats oder unbefristet: wöchentlich.

  • mobile App

    nein

    ja


Du bekommst gar nicht so viel Briefpost und willst eher Deinen Altbestand an Dokumenten einmalig digitalisieren? Dann ist vielleicht unser Scanservice etwas für Dich. Die Dokumente werden von uns professionell eingescannt und landen danach direkt in Deinem fileee Account.

17 Kommentare

  • cryptochrome sagt:

    Man sollte vielleicht einen entscheidenden Vorteil des E-POSTSCAN Service noch erwähnen: Geschwindigkeit! Der bei Dropscan notwendige Nachsendeauftrag entfällt. Ich kann aus Erfahrung sagen, dass durch den (unzuverlässig funktionierenden) Nachsendeauftrag eine zusätliche Laufzeit von 2-3 Werktagen je Sendung anfällt. Die Post ist also deutlich länger unterwegs, bis sie mal ankommt.

    Ansonsten schöne Übersicht über die beiden Anbieter. Bookmark gesetzt.

  • Marc sagt:

    Da die Anmeldung nur einmalig ist, sollte dieser Schritt nicht überbewertet werden.
    Interessant wären jedoch noch Details zur Qualität (OCR-Genauigkeit, Dateigröße usw.) denn hier gibt es bezogen auf OCR-Desktop-Software (Apps) sehr sehr große Unterschiede, selbst bei gleichem Produkt und unterschiedlichen Versionen.

    • fileee sagt:

      Hi Marc, danke für Deine Anmerkung!

      Im Vergleich muss ich schon sagen, dass mir die Anmeldung für das E-POST Konto den letzten Nerv geraubt hat. Wäre es nicht für den Test gewesen, hätte mich der Aufwand von einer Anmeldung abgehalten. Hast Du denn andere Erfahrungen gemacht? Vielleicht ist es bei mir ja wirklich extrem schlecht gelaufen und normalerweise ist die Sache auch schneller erledigt. Wenn man E-POSTSCAN unbegrenzt nutzen will, kann man sicherlich auch darüber hinwegsehen. Mein gedankliches Szenario war aber auch eher in die Richtung: „Ich bin demnächst für einen Monat nicht zuhause und will deshalb meine Papierpost digitalisieren lassen.“ Da würde ich den Dropscan Service definitiv vorziehen, wenn ich um die Vorlaufzeiten bei E-POST weiß.
      Mit der Qualität der OCR war ich bei beiden sehr zufrieden und konnte auch keine Unterschiede feststellen. Dateigröße habe ich jetzt nicht unter die Lupe genommen, werde ich mir aber fürs nächste Mal merken!

      Viele Grüße, Tobias

  • Nic sagt:

    Wer sich ein bisschen mit Python auskennt, kann die Scans von Dropscan auch automatisch auf den Rechner oder in eine Cloud syncen: https://github.com/nalt/dropscan-sync

    • fileee sagt:

      Ah, cool. Danke für den Link. Nutzt Du das selbst in Zusammenhang mit Dropscan? Vielleicht hast Du ja noch andere Erfahrungen gemacht, als wir in unserem Test.

  • Oliver Springer sagt:

    Habt ihr einen solchen Service selbst auch auf der Entwicklungs-Roadmap?

  • Christian Apellido sagt:

    Ich finde die Anmeldung auch überbewertet. Finde es eigentlich auch ganz beruhigend, das man meine Post nicht einfach so umstellen kann :D.
    Wenn man in meinem Fall darüber nachdenkt für eine längere Reise von einem halben/einem Jahr so etwas wahrzunehmen, ist der Preis auch ausschlagen und die Zuverlässigkeit. Das es bei dir so spät erst funktioniert hat, ist natürlich ärgerlich, aber Startschwierigkeiten sind bei allem neuen. Wäre interessant wie es dann weiter gelaufen wäre.

    • fileee sagt:

      Hi Christian, so sehe ich das auch. Wenn ich wirklich langfristig plane, ist das alles kein Problem und der Aufwand schlägt den Nutzen.
      Wir haben jeweils nur einen befristeten Auftrag für 1 Monat genutzt. Nach der Anmeldung hat ja auch alles ganz gut geklappt, sowohl bei E-Post als auch bei Dropscan.

      Viele Grüße,
      Tobias

  • muescha sagt:

    ich wundere mich, warum ihr nicht auch diesen Service anbietet. die notwendige Technik habt ihr ja schon. also wäre es nur eine Frage der Kalkulation zu welchem Preis fileee dies anbieten kann.

    • fileee sagt:

      Hi, so ein Scanservice Zentrum ist aktuell einfach eine Nummer zu groß für uns. Mal schauen, was die ferne Zukunft bringt. Viele Grüße, Tobias

  • Nani sagt:

    ich befinde mich zurzeit im einmonatigen Testlauf bei EpostScan. In der ersten Woche bekam ich meine gesamte Post weiter nachhause geschickt. Nach Reklamantion erfolgte eine Nachschulung der Mitarbeiter und es klappte soweit. Man schrieb mir aus Kulanzgründen 5 € gut (Kulanz? es war ja keine Leistung erfolgt…). Samstags wurde die Post dann wieder in den Briefkasten geworfen (die Zeitung fehlte wieder…).
    Nachteil: 4 Tage Verzug von der manuellen zur digitalen Zustellung.
    Problem: meine Post wird nach wie vor vom Verteilcenter vor Ort angeliefert, hier sortiert und ins Scancenter verschickt.
    Das könnte deutlich besser laufen!

  • Bachsau sagt:

    Inzwischen verlangt die Post sogar 24 € pro Monat, für einen Service der kaum funktioniert. Ein schlechter Witz ist das.

  • Klaus Mittendorf sagt:

    Fand ich vor ein paar Tagen in meinem E-Post Postfach. Was haltet ihr davon?
    Kapitulation der Post oder sollten die vielleicht doch mal mehr Zusteller einstellen?
    Sehr geehrter XXX,
    vielen Dank für Ihre Nachricht.
    Sie teilen uns mit, dass Ihnen erneut Briefe direkt an Ihre Hausanschrift zugestellt wurden.
    Wir bedauern sehr, dass unser Service E-POST SCAN in Ihrem Fall nicht so funktioniert, wie Sie und wir uns das wünschen. Trotz intensiver Bemühungen unsererseits, kommt es leider immer wieder zu Falschzustellungen. Da wir die vertraglich vereinbarte Leistung nicht zu 100% erbringen können, werden wir Ihren E-POST SCAN Auftrag fristgerecht gemäß unseren AGB Nr. 9(3) zum 31.12.2016 kündigen.
    Wir bitten Sie um Ihr Verständnis für unsere Entscheidung, die uns nicht leichtgefallen ist.
    Mit freundlichen Grüßen

    Ihr Kundenservice E-POST

    Deutsche Post AG

    Kundenservice E-POST

    Postfach 10 09 51

    33509 Bielefeld

    Deutschland

    http://www.epost.de

    Deutsche Post AG; Sitz Bonn; Registergericht Bonn; HRB 6792

    Vorstand: Dr. Frank Appel, Vorsitzender; Ken Allen, Jürgen Gerdes, John Gilbert, Melanie

    Kreis

    Vorsitzender des Aufsichtsrates: Prof. Dr. Wulf von Schimmelmann

    • fileee sagt:

      Hi Klaus, vielen Dank für Deinen Erfahrungsbericht. Über die Gründe kann man jetzt nur mutmaßen, es ist aber schon komisch, dass hier der Scanservice den Vertrag kündigt. Viele Grüße, Tobias

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