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fileee im Alltag

Die digitale Zukunft der Steuererklärung

Apr 24, 2018
5
min

Im Moment verbringe ich wieder jede freie Minute nach der Arbeit am Schreibtisch, um meine Steuererklärung zusammenzustellen. Stundenlang suche ich Angaben zu meinem Einkommen, meiner Versicherung und zu meinen Ausgaben. Dass so etwas in unserer digitalisierten Welt noch notwendig ist, ärgert mich mit jedem Beleg, den ich umdrehe, mehr.

Doch Rettung naht. Es gibt nämlich bereits Pläne, wie die digitale Steuererklärung in Zukunft aussehen könnte und auch Beispiele, wie es in anderen Ländern schon jetzt funktioniert.

Wer sich mit der digitalen Steuererklärung in Deutschland beschäftigt, kommt an ELSTER nicht vorbei. ELSTER ist das kostenlose Online Steuerportal für die private Einkommensteuererklärung, das vom Bundesministerium für Finanzen zur Verfügung gestellt wird und mit dem ich meine Angaben digital übermitteln kann. Leider ist es sehr mühsam, zu verstehen, wo welche Daten eingetragen werden müssen und diese dann auch noch zu finden. Wem das alles zu viel wird, kann auf eine von zahlreichen (kostenpflichtigen) Steuererklärungssoftwares zurückgreifen, die mich elegant durch den Prozess leiten. Damit Du das passende Programm finden kannst, haben wir einige für Dich getestet.

Entwicklung in Deutschland

In Zukunft soll dieser Prozess aber noch leichter werden. 2016 hat die Bundesregierung ein Gesetz auf den Weg gebracht, mit dem ab 2022 die Steuererklärung komplett digital eingereicht werden kann. Ein erster Schritt dahin ist die Abschaffung der Belegvorlagepflicht, die durch die Vorhaltepflicht ersetzt wird. Ab der Steuererklärung 2017 muss ich meine Belege nicht mehr in Papierform mitsenden, sondern nur noch auf Nachfrage meines Finanzamts.

Auf Dauer sollen die meisten meiner Angaben automatisch in das Formular eingefügt werden. So muss ich mein Einkommen oder meine Sozialversicherungsbeiträge nicht mehr manuell eingeben, sondern muss sie nur noch schnell kontrollieren. Schon heute ist es über die Vollmachtsdatenbank möglich, die Daten bequem zu kopieren oder meinem Steuerberater zur Verfügung zu stellen, wie Steuerberater Dieter Albrecht erklärt: “So kann ich die Daten schon in die Steuererklärung einpflegen, ohne dass der Mandant die nötigen Belege oder Unterlagen dafür raussuchen muss.” In Zukunft soll dieser Schritt automatisch passieren.

Estland

Wie das funktionieren kann, habe ich mir in Estland angeschaut. Seit der Unabhängigkeit 1991 setzt das Land an der Ostsee auf konsequente Digitalisierung. Mit dem Handy können sich die Esten bereits ausweisen, an der Kasse bezahlen oder Rezepte abrufen. Schon lange gibt es am nördlichen Ende des Baltikums mehr Mobilfunkverträge als Einwohner. Dass in dieser Gesellschaft auch die Steuererklärung von 90% der Bevölkerung digital eingereicht wird, überrascht da kaum noch.

Der große Vorteil der estnischen Finanzbehörden ist, dass sie keine Einzelkämpfer sind. Fast alle Interaktionen zwischen dem Staat und seinen Bürgern laufen digital über eine Plattform: Die X-Road. Mit X-Road kann die Steuerbehörde Daten von Unternehmen, Versicherungen und Banken zusammenführen und so die Steuererklärung für ihre Bürger automatisch ausfüllen. Im Anschluss muss diese nur noch bestätigt werden. Das besondere an diesem System ist, dass die Daten nicht zentral gesammelt werden, sondern dezentral von den Banken, Unternehmen und Behörden erzeugt werden und von der Steuerbehörde nur für die Steuererklärung abgerufen werden dürfen.

Das ganze System in Estland hat mich schwer beeindruckt und ich bin gespannt, welche Innovationen die Digitalisierung dort noch voranbringt, auch wenn es einige Tücken gibt, wie mir Steuerberater Albrecht erklärt: "Das birgt natürlich die Gefahr, dass ich gewisse Werbungskosten dann nicht steuerlich geltend mache, weil es bequem ist, wenn alles schon eingetragen ist und ich einfach nur noch auf ok drücken muss."

In Deutschland scheint mir eine ähnliche Entwicklung auf kurze Sicht aber unwahrscheinlich, da wir noch deutlich weniger digital unterwegs sind. Nur eine Zahl: Über 50% des Umsatzes im Einzelhandel werden bei uns nach wie vor in bar bezahlt. In Estland ist das Bezahlen mit dem Handy schon längst der Standard.

Großbritannien

Um aber eine bessere Vorstellung davon zu bekommen, wie die digitale Steuererklärung in Deutschland in naher Zukunft aussehen könnte, richtete sich mein Blick als nächstes nach Großbritannien, das ein ähnlich kompliziertes Steuersystem hat wie Deutschland. Das Land auf der Insel zeichnet sich wirtschaftlich durch einen starken Banken- und Dienstleistungssektor aus, der bereits sehr digitalisiert ist. Auf dieser Basis werden über 95% der geschäftlichen Steuererklärungen bereits online ausgefüllt. Als nächstes soll diese Zahl jetzt für die Einkommensteuererklärung erreicht werden.

Dafür hat die Regierung bis 2020 1,3 Milliarden Pfund (ca. 1,49 Milliarden Euro) zur Verfügung gestellt. Als erste Maßnahme sind Unternehmen verpflichtet, quartalsweise Informationen über die Gehälter ihrer Mitarbeiter zu übermitteln. Auf diese Weise können die Finanzämter den Steuersatz für den Einzelnen im Vorhinein berechnen und anpassen, um damit die Anzahl der Nach- und Rückzahlungen deutlich zu verringern. Essentiell ist auch in diesem Fall der automatische Datentransfer zwischen den Behörden.

Großbritannien zeigt aber auch, welche zusätzlichen Bedingungen berücksichtigt werden müssen. So lässt sich das derzeitige Steuersystem nicht eins-zu-eins digitalisieren, da es zu kompliziert ist und zu viele Nachweise erfordert. Aus diesem Grund ist die Vereinfachung der Steuergesetzgebung ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Digitalisierung.

Zusammengefasst

Insgesamt scheint die digitale Steuererklärung nur über einen Datenaustausch im großen Stil zwischen verschiedensten Institutionen möglich zu sein. Estland hat mit dem X-Road Program gezeigt, dass dies möglich ist, ohne persönliche Daten dauerhaft zu zentralisieren. Ob dies die Zukunft ist, bleibt abzuwarten.

Was bei der Einführung von digitalen Steuersystemen immer berücksichtigt werden muss, ist die Stimmung der Menschen. Was in Estland großartig funktioniert, muss nicht bei uns funktionieren. Brasilien zum Beispiel hat seine digitale Steuererklärung für Unternehmen damit beliebt gemacht, dass die Unternehmer für jede registrierte Transaktion Vergünstigungen bei der Steuer bekommen.

Für dieses Jahr werde ich meine Steuererklärung auf jeden Fall noch manuell ausfüllen müssen. Und auch für das nächste Mal ist es wahrscheinlich am sinnvollsten, meine Dokumente einfach mal richtig zu sortieren. Mein Ausflug in die verschiedenen Steuersysteme hat mir aber gezeigt, dass es möglich ist, nicht mehr stundenlang Aktenordner zu wälzen. Offen bleibt die Frage, wie viel Vernetzung und Zentralisierung unserer Daten uns die Arbeitserleichterung wert ist.  

Wenn Du noch mehr Fragen rund um die elektronische Steuererklärung hast und wie Du Deinen fileee Account dafür am besten Nutzen kannst, dann schau doch mal auf unserer Seite zur Steuererklärung vorbei.

Author
Tobias Emmerich

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